Josef Kiening: Genealogie und Haus-Chroniken im Gebiet nordwestlich von
München
Kontroll-Listen in Quellen-Sortierfolge der Pfarrbücher
Unsere Quellen sind im wesentlichen die Taufbücher,
Heiratsbücher und Sterbebücher der Pfarreien. In diese
Bücher schrieben die Pfarrer fortlaufend die Taufen etc. ein. Die
Bücher sind also nach Datum geordnet. Um für Mitarbeiter, die
Pfarreien vollständig bearbeiten, eine Kontrollmöglichkeit zu
schaffen, habe ich ab Mai 2010 diese Listen erzeugt.
Dazu wurde der Datenbestand www.genealogie-kiening.de je Pfarrei nach
Taufdaten, Heiratsdaten und Todesdaten sortiert.
Die folgenden Listen sind keine Abschrift der Pfarrbücher,
sondern eine Rekonstruktion. Ursprünglich haben die
Mitarbeiter die Pfarrbücher
abgeschrieben und aus den
Einträgen Familien zusammen gestellt. Mein neues Programm
rollt diese Arbeit wieder rückwärts ab und zerlegt die
Familien und Personen wieder in einzelne Pfarrbucheinträge.
Das Datum gilt als Quellen-Angabe für Taufe, Heirat oder Beerdigung.
Die
Zuständigkeit
der
Pfarrei ist meist eindeutig und wenn der
Pfarrer nur ein Buch geführt hat, findet man mit dem Datum
eindeutig den Eintrag. Auf weitere Angaben, wie Film- Buch- und
Seiten-Nummer wurde deshalb verzichtet.
Mit den Kontroll-Listen kann jeder Leser meinen Datenbestand
auf Vollständigkeit der Quellen-Bearbeitung überprüfen.
Beim Vergleich mit den Originalen wollen wir Fehler und Lücken
entdecken. Zugleich werden aber auch die Lücken in den
Pfarrbüchern aufgedeckt. Es gibt folgende prinzipielle
Fehlermöglichkeiten:
Lücken in www.genealogie-kiening.de, bei "vollständig"
bearbeiteten Pfarreien:
- uneheliche Kinder, die meist bald wieder gestorben sind, wurden
nicht bearbeitet, da sie weder genealogisch noch demografisch
interessant sind.
- manche Mitarbeiter ließen die als Säugling gestorbenen
Kinder weg, aus dem gleichen Grund wie vorstehend.
- jeder Mitarbeiter mußte die alten Schriften mühsam
lesen lernen.. Was unleserlich war, konnte auch nicht
abgeschrieben werden.
- Pfarrbucheinträge konnten nicht zu Familien zugeordnet
werden und wurden deshalb nicht erfaßt.
- Es fehlt der Sterbeeintrag: Bei vielen Kindern finden wir Taufen,
aber keine Heiraten oder Begräbnisse. Sie können
später
in anderen Orten gestorben sein. Das ist jedoch selten der Fall, da wir
ein zusammen hängendes Gebiet vollständig bearbeitet haben
und so die meisten Hinaus-Heiraten gefunden haben.
- In den meisten vorstehenden Fällen wurde der Sterbeeintrag
nicht bearbeitet oder gefunden. Dazu folgen unten weitere
Erläuterungen.
- Die Pfarrbücher enthalten Einträge, die nicht zur
Pfarrei, sondern zu Nachbar-Pfarreien gehören. Bearbeiter eines
Ortes können mit solchen Einträgen nichts anfangen und lassen
sie weg.
Lücken in den Pfarrbüchern:
- Wir finden immer wieder zum Beispiel Kinder, die eindeutig zu
einer Familie gehören, aber nicht im Taufbuch stehen. Für
diese Kinder mußten wir das Geburtsjahr errechnen, schätzen
oder aus anderen Quellen ermitteln. Die Pfarrbuch-Lücken sind an
der fehlenden Tages- und Monatszahl zu erkennen. Bei
Heiraten nach 1800 enthält die Heirat meist ein
Geburtsdatum. Fehlt dieses im Taufbuch und paßt die Taufe in die
Geburtenreihe, so wurde es verwendet. Weicht das Geburtsdatum in der
Heirat von dem im Taufeintrag ab, so wurde das Taufbuch als zeitnah
aufgeschrieben für richtig angenommen.
- Die Lücken ohne Tag und Monat sind zwangsläufig an den
Anfang jeden Jahres sortiert.
- Die vor Beginn des erhaltenen Taufbuches geborenen erhielten
ebenfalls ein geschätztes oder errechnetes Geburtsjahr.
- Viele Lücken ergeben sich einfach daraus, dass die
Pfarrbücher nicht vollständig erhalten sind.
- Die Einträge erfolgten in den Büchern einer
benachbarten Pfarrei oder es sind Personen aus Nachbarpfarreien
eingetragen. In der Praxis kann das zu erheblichen Abweichungen
führen. Beispiele sind für Pfarrei Allershausen in Paunzhausen und Tünzhausen
beschrieben.
- Demografische Auswertungen werden durch Einträge
in oder von Nachbarpfarreien erheblich verfälscht.
Namens-Abweichungen
- Jede Person hat bei uns nur einen Familiennamen. Wurde der
Familienname des gleichen Menschen im Taufbuch, Heiratsbuch oder
Sterbebuch unterschiedlich geschrieben, so kann nur eine dieser Formen
bei mir stehen. Hier ist etwas großzügiges
Denken beim Leser gefordert. Oft wird der Leser
verblüfft sein, wie man das Gekritzel im Pfarrbuch noch
lesen kann.
- Vornamen schreibe ich grundsätzlich einheitlich nach Duden.
Die früheren Pfarrherren schrieben, wie es ihnen gefiel,
selten in der Form unseres Duden.
- Namens-Abweichungen sind keine Fehler.
Hilfe für Sterbebücher -Bearbeitung
Einige Mitarbeiter scheuen die Sterbebücher, denn sie sind
wesentlich schwieriger als Heiraten und Taufen auszuwerten.
Die Heiraten sind am leichtesten und ergiebigsten auszuwerten.
Kommen dann die Taufen dazu, so findet sich fast jedes Jahr für
jede junge Familie ein Kind. Das ist überschaubar und relativ
leicht zuordenbar.
Viel schwieriger sind die Sterbebücher. Die Toten können
einen Tag oder 100 Jahre alt gewesen sind. Folglich ist ein Zeitraum
bis zu 100 Jahren abzusuchen.
In den ersten 100 Jahren des Sterbebuches ist damit zu rechnen, dass
die verstorbene Person vor dem Beginn des Pfarrbuches geboren
wurde und deshalb keine Taufe zu finden ist.
Verheiratete Frauen haben mit jeder Heirat den Familiennamen
gewechselt. Die Kontroll-Liste für das Sterbebuch enthält
deshalb bei Frauen den letzten Ehenamen.
Außerdem sind alle Kinder mit unbekannten Verbleib am
Ende des Geburtsjahr mit drei Fragezeichen ( ??? Jahr)
einsortiert. Die Liste soll die Bearbeitung von Sterbebüchern
erleichtern.
Grabstein-Fotos nach Datum erschlossen
Die Datei der Grabstein-Fotos ist in den Sterbelisten enthalten.mit dem
Zusatz "Grabstein". Die Grabsteine sind in den Namensregistern
ebenfalls enthalten. Sind die gleichen Personen im
Genealogie-Datenbestand, so stehen sie doppelt in der Sterbeliste.
Kontroll-Listen für Staatsarchiv-Quellen
In den Staatsarchiven gibt es nicht die drei Kategorien Taufe- /
Heirat- / Sterbebuch, sondern eine Vielfalt von Archivalien, die meist
dem Zweck der Steuer-Eintreibung dienten.
So weit ich diese Archivalien selbst bearbeitet habe, erfaßte ich
die "Signatur" des Buches mit und kann durch Umsortierung nach
Datum ein Register in der Quellen-Reihenfolge erstellen.
Allerdings wurden, nachdem ich meine Quellen-Angaben in den Computer
getippt habe, viele Signaturen geändert. Alle Klosterarchivalien
kamen vom Staatsarchiv München ins Bayerische Hauptstaatsarchiv.
Diese Änderung habe ich nachgezogen. Im Bay.HStA werden derzeit
(2010) noch die alten Signaturen des Staatsarchives weiter verwendet.
Was ich für das Bay.HStA unter ** aufliste, sind alte Signaturen
des Staatsarchives München (F steht für Fascikel-Nummer).
Die im Staatsarchiv München verbliebenen Briefprotokolle und
andere für die Familienforscher interessante Archivalien bekamen
eine neue fortlaufende Nummer, siehe Neue
Signaturen. Zum Teil
habe ich schon die neuen Signaturen erfaßt, wobei ** hier
"Rentmeisteramt München Unterbehörden" bedeutet. Diesen
langen Text brachte ich in meiner Tabellenspalte nicht unter, weshalb
der Leser hier bitte die zwei Sterne selbst in Rentmeisteramt
Müchern Unterbehörden umdenken muss.
Bei den alten Signaturen bedeutet:
Pr = Protokollband
B = Band
K = Archiv-Karton
F = Fascikel also Bündel, mehrere Archivalien wurden mit Schnur zu
Bündel verschnürt.
Die Steuerbücher (STB) erhalten Sie jetzt als Mikrofilm-Rollen.
Briefprotokolle
Bei den "Briefprotokollen" sind
die
Einträge nach Datum geordnet. Es kann jedoch nicht
erwartet werden, dass ich alle in den Archivalien genannten
Personen
vollständig nenne, denn meine Datenstruktur erlaubt nur 5
Quellenangaben je Person. Es werden deshalb die
wichtigsten Urkunden einer Person ausgewählt.
Viele Briefprotokollbände sind nach "Ämtern" unterteilt. Der
erfahrene Leser wird wissen, zu welchem Amt ein Ort gehörte. In
meinen Haus-Chroniken steht bei jedem Haus in der Überschrift das
zuständige Amt.
Kataster
Die Haussteuer-Kataster von 1812 mit allen Häusern und deren
Besitzern bilden das Grundgefüge meiner Datensammlung. Deshalb
sind die Kataster weit über das eigentliche Bearbeitungsgebiet
hinaus erfaßt. Um die richtige Stelle im Kataster zu
finden, genügt es, den Archivaren Ort und Hausnummer zu nennen.
Bei den Katastern habe ich deshalb auf Quellenangaben und Signaturen
verzichtet und folglich gibt es keine Kontroll-Listen dafür. Die
im Kataster genannten Personen finden Sie bei mir über die
Ortsnamen und Haus-Register und natürlich auch über die
Namensregister.
Steuerbücher von 1671
Die Originale enthalten die Orte und Häuser, manchmal in
alfabetischer Reihenfolge der Ortsnamen. Meine Kontroll-Liste in
Datum-Sortierung hilft bei der Suche nach Personen nicht und ist auch
nicht
erforderlich, denn für die Personensuche nach Namen habe ich
meine Namensregister. Die Steuerbücher von 1671 enthalten
oft ein Datum des Besitzerwerbes oder eine ähnliche
Zeitangabe. Meine Datum-Sortierung der Personen zeigt die
Phasen des Wiederaufbaues im und nach dem 30-jährigen Krieg.
Klosterliteralien Indersdorf
Die um 1800 angelegten Untertanen-Verzeichnisse von Kloster Indersdorf
sind die schönsten Archivalien, die ich kenne. Für jedes Haus
sind alle männlichen Besitzer von 1400 bis 1800 aufgelistet.
Handgezeichnete bunte Flurkarten illustrieren das Werk.
Meine Datum-Sortierung der Besitz-Erwerbe zeigt die Struktur und
demografische Entwicklung. Bis 1615 standen dem Verfasser nur
Querschnitts-Listen einzelner Jahre (zum Beispiel 1572) zur
Verfügung, die ich hier rekonstruiere. Ab etwa 1615 gibt es
Stiftsbriefe mit genauem Datum. Hier werden Kriegswirren und
Fluktuation im 30-Jährigen Krieg anschaulich dargestellt.
Bei den Steuerbüchern und Klosterliteralien dient meine Liste nach
Datum nicht zum Finden des Original-Eintrages, sondern
ermöglicht eine Auswertung in der Zeitachse.
Datum liegt außerhalb des Zeitraumes der Archivalie
Scheinbar fehlerhafte Angaben in meinen Daten haben zwei Ursachen:
Das Datum liegt vor dem Zeitraum der Archivalie: In manchen
Urkunden werden ältere Urkunden zitiert, die üblicherweise
von den Betroffenen zur Verbriefung mit gebracht wurden. Dieses Datum
wurde von mir übernommen, wenn die zitierte Archivalie nicht mehr
vorhanden ist. Beispiel: Bei der Hofübergabe erklärt
oder belegt der alte Besitzer, dass er den Hof seit .....
besitzt. Auch wenn wir keine Urkunde zu diesem
alten Datum mehr auffinden, ist die Datumangabe für
uns interessant. Man lese zu der genannten Person die weiteren Urkunden
und wird auf dieses Datum stoßen..
Das Datum liegt nach dem Zeitraum der Archivalie: Oft wurden
spätere Quittungen an den Rand von Urkunden geschrieben, mit Datum
und Angabe, was der Quittierende inzwischen geworden ist. Dann ist
für die gleiche Person eine Urkunde vorhanden, die im richtigen
Zeitraum liegt.
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(C) Josef Kiening, zum Anfang www.genealogie-kiening.de